Bei so herrlichem Wetter hatte ich erst überlegt, ob ich eine Runde Rennrad fahre, aber 15 °C und Sonnenschein eignen sich auch sehr gut für eine lockere Laufrunde.
Außerdem war ich letzten Wochen viel zu wenig laufen. Ich hatte im Urlaub zwar meine Laufsachen mit, aber Rennradfahren hat einfach mehr Spaß gemacht – und Ruhetage müssen auch sein. So war ich nicht ein einziges Mal laufen!
Immerhin ging es diesen Dienstag wieder los, aber weil das auch schon wieder 5 Tage her ist, entschied ich mich heute für einen außerplanmäßigen Lauf nach Lust und Laune.

Ich wollte schauen, wie ich mich unterwegs fühle und je nachdem mehr oder weniger laufen. Da es sich gut anfühlte und das Wetter wirklich herrlich war, entschied ich mich für eine 10-Kilometer-Runde. Ich habe nicht auf die Pace geschaut und bin einfach locker gelaufen, um hinterher zu sehen, wie lange ich brauche.
Aus persönlichem Ehrgeiz erhoffte ich mir insgeheim eine Pace von unter 8 Minuten, aber es sollte mit locker-flockigem Laufen nicht sein. Hmpf. Ein bisschen zweifeln lässt mich das schon, denn eineinhalb Stunden sehen von den Zahlen her wirklich gruselig aus, wenn man gleichzeitig gefühlt „überall“ sieht, wie viel schneller „alle“ sind. Die Begriffe sind mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt, weil ich sehrwohl weiß, dass solche Gedanken Bullshit sind, aber leicht fällt es mir trotzdem nicht, mich davon nicht runterziehen zu lassen.
Man sollte sich ausschließlich mit sich selbst vergleichen und wenn ich das tue, weiß ich zwar, dass meine 10k-Bestzeit bei einer Stunde liegt, aber auch, dass das lange her ist und dahinter viel Arbeit und Training lag. Und dahin muss ich erstmal wieder kommen.
Ich habe mal nachgeschaut, wann ich zuletzt 10 Kilometer gelaufen bin und zu meinem Erschrecken ist das ziemlich genau zwei Jahre her! Es war beim Lübecker Frauenlauf Anfang Mai 2024, für den ich damals mit dem Flex60-Trainingsplan trainiert hatte.


Und siehe da, auch vor zwei Jahren habe ich eine ähnliche Zeit gebraucht. Ich war damals im Wettkampf zwar 5 Minuten schneller, aber hatte einen Puls von 172 statt 145.
Letztes Jahr habe ich dann beim Lübecker Frauenlauf gekniffen, weil ich noch weniger im Training war. Und dieses Jahr bin ich genau jetzt in der Situation, dass ich mich frage, ob ich beim Frauenlauf in 12 Tagen teilnehmen möchte oder nicht. Abhalten tut mich tatsächlich primär die Schmach, viel länger als alle anderen zu brauchen und als eine der letzten über die Ziellinie zu laufen. Auf der anderen Seite ist es ein Lauf ohne Zeitlimit, bei dem jede Teilnehmerin gefeiert wird.
Ich habe ja noch 12 Tage Zeit, mich zu entscheiden. Mal sehen, wie sich die restlichen Trainingseinheiten anfühlen und ob ich mich körperlich bereit und mental resilient genug für den Wettkampf fühle.
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