Linkin Park ist für mich eine der wichtigsten Bands meiner Jugend und Hybrid Theory und Meteora sind immer noch zwei meiner liebsten Musik-Alben. Leider hatte ich damals nie die Möglichkeit, ein Konzert zu besuchen und so habe ich Linkin Park nie live sehen können, bevor der Sänger Chester Bennington 2017 Suizid begangen hat und es still um Linkin Park wurde.
Vor zwei Jahren wurde dann überraschend bekanntgegeben, dass Linkin Park mit Emily Armstrong als Sängerin zurückkehrt und dass sie neue Songs veröffentlichen werden. Zudem wurden Daten für die Europa-Tour veröffentlicht, deren deutsche Termine jedoch mit unseren geplanten Urlauben kollidierten. Und so wurde aus einer Schnapsidee ein Ausflug nach Paris, um dort am 3. November 2024 das Linkin Park Konzert in der La Défense Arena zu besuchen. Wir haben leider nur Sitzplätze bekommen, aber die Stimmung war trotzdem grandios und es hatte sich absolut gelohnt.
Weiter ging’s dann vergangenen Sommer mit einem weiteren Konzert der „From Zero“ Tour, diesmal am 15. Juni 2025 in der Heinz von Heiden Arena in Hannover. Wir hatten immerhin Stehplätze im Innenraum-Bereich 2. FOS (Front of Stage), allerdings im dritten Bereich von der Bühne aus gesehen. Immer noch relativ weit entfernt von der Bühne, aber die Stimmung war wieder super und immerhin tanzte man in der Menge mit, statt vor einem Sitzplatz zu stehen.

Dann gab Linkin Park erneut Termine in Deutschland bekannt und auch wenn die Motivation in meinem Dunstkreis nicht riesig war, kaufte ich Tickets für den „Innenraum Stehplatz vorne“ – der zweite Bereich direkt hinter den kleinen Linkin Park Underground (LPU) bzw. From Zero Pits direkt vor der Bühne. In der Volksparkarena in Hamburg gab es weniger Unterteilungen: Die 1. und 2. FOS waren sozusagen zu einem Bereich zusammengefasst worden.

Und weil der Ticketkauf so lange vor dem Stattfinden des Konzerts geschehen ist, hatte ich bis letzte Woche schon wieder vergessen, dass das Konzert in der Volksparkarena stattfindet und nicht, wie zumindest für mich bei größeren Konzerten in Hamburg üblich, in der Barclays Arena.
Das bedeutete, dass deutlich mehr Zuschauer in die Location passen und somit auch, dass deutlich mehr Menschen anreisen. Übrigens war dieses Konzert bis zum Ende nicht ausverkauft und man konnte auch einen Tag vorher noch problemlos Innenraum-Tickets in allen Bereichen kaufen. Nach den immensen Anstürmen auf die Europa-Tickets im letzten und vorletzten Jahr war dies durchaus eine Überraschung für mich.
Für mich war es der erste Besuch des Volksparkstadions, das übrigens das Stadion des HSV ist. 57.000 Zuschauer passen rein und dementsprechend voll war es rund ums Stadion. Unsere Anreise klappte dennoch wie geplant ohne große Verzögerungen.


Die Vorband Phantogram (ein Elektrorock-Duo aus den USA) hatten wir bewusst verpasst, da Christian und ich beim Reinhören festgestellt hatten, dass die Musik nicht ganz unser Fall ist. Als wir eintrafen, spielte das Hip-Hop-Duo Clipse aus den USA. Schnelle Erkenntnis: Überhaupt nicht meine Musik, wir hätten uns auch noch mehr Zeit lassen können.

Entsprechend des vorher veröffentlichten Zeitplans begann um kurz vor 21 Uhr ein Timer auf den großen Bildschirmen, von 10 Minuten runterzuzählen und dann ging’s los mit Linkin Park.

Wir hatten gute Plätze recht weit vorne in unserem Bereich auf der rechten Seite des Stegs gefunden, der in echt nicht so weit in unseren Bereich hinein ragte wie bei der Buchung gedacht. Dennoch hatten wir so gute Plätze wie noch nie auf einem Linkin Park Konzert und waren zufrieden, denn es wurde nicht gedrängelt. Die Stimmung war gut, wobei es überraschend selten Moshpits gab. Zugegebenermaßen gefallen mir die ganz alten und die „From Zero“-Album-Songs am besten, aber bei diesem Konzert gab es deutlich mehr Abschnitte mit ruhigen Songs als bisher. So hatte das Konzert für mich irgendwie Längen, das kam mir in Paris und Hannover überhaupt nicht so vor. Laut setlist.fm sind die Setlisten der Konzerte sehr unterschiedlich und Linkin Park spielt immer andere Songs. Das ist einerseits cool, andererseits habe ich dadurch weniger gefeiert als ich es mir gewünscht hatte.



Um genau 23 Uhr war dann Schluss, Zuhause waren wir dann um halb 2 Uhr morgens, da es rund ums Stadion durch die Menge an Besuchenden ziemlich voll war und es sich entsprechend staute.
So sitze ich hier und schreibe diesen Artikel mit gemischten Gefühlen. Ich würde nicht sagen, dass sich das Konzert für mich nicht gelohnt hat, aber es hat mich nicht so „verzaubert“ wie die anderen beiden Konzerte und daher bin ich ein bisschen enttäuscht. Bevor ich wieder Tickets für Linkin Park kaufe, müssen erstmal ein paar neue Songs her. Und vielleicht geht es auch nicht nur mir so, wenn man bedenkt, dass beide Konzerte in Hamburg nicht ausverkauft waren.
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