Ich habe mich im Winter für den 10,4 km Power Ladies Run beim Lübecker Frauenlauf angemeldet, um mich für meinen Trainingsplan zu motivieren. Rückblickend war mein Lauftraining weniger effizient als erhofft und so stand meine diesjährige Teilnahme die letzten Wochen auf der Kippe.
Vor zwei Wochen habe ich testweise einen Longrun absolviert und brauchte 1:28:43 für 10 Kilometer, die ich allerdings locker in meiner aeroben HF-Zone gelaufen bin. Dennoch kann ich nicht davon ausgehen, dass mein Wettkampftempo 20 Minuten schneller sein würde. Und so haderte ich mit mir selbst, ob ich mir die Schmach des sehr späten Zieleinlaufs geben will oder ob ich kneife. Und vielleicht ist das Wetter ja eh schlecht und dann würde das ja eh kein Spaß machen …
Die Bedenken kommen hauptsächlich von meiner letzten Teilnahme im Jahr 2024, als ich mit einer Bruttozeit von 1:24:09 (nach einem ziemlich einsamen Lauf, weil alle davon gezogen waren) als Vorletzte ins Ziel gelaufen bin.
Nach meinem letzten Tapering-Vorbereitungslauf am Montag auf dem Laufband war ich dann doch schon ziemlich in „Dabei sein ist alles“-Laune und die Wettervorhersage mit 15°C bei Sonne mit ein paar Wolken gab mir dann im positiven Sinne den Rest. Zwar war die Woche insgesamt stressig, aber so war der Lauf am Freitagabend vielleicht auch ein guter Abschluss.
Als ich eintraf, war der Start- und Zielbereich schon gut gefüllt und auch drumherum war viel los. Es war meine sechste Teilnahme am Lübecker Frauenlauf und ich hatte das Gefühl, dass er in den letzten Jahren immer größer geworden ist. Dieses Jahr waren rund 250 Frauen für den 10,4 km Power Ladies Run angemeldet. Dazu gibt es noch einen 5,2 km First Ladies Run bzw. Walking und 1,6 km Girls und Teens Runs.

Die Läufe finden nacheinander statt, sodass der 5,2 km First Ladies Run gerade in vollem Gange war und „mein“ Lauf danach als Abschluss des Wettkampftages starten sollte. Der Startschuss fiel wie geplant um 18:15 Uhr und ich machte mich im großen Pulk auf den Weg für zwei Runden entlang der Trave an der Altstadt vorbei und zurück. Dieses Jahr war es für mich „geselliger“ als vor zwei Jahren. Natürlich war der Großteil der Läuferinnen nach ein paar Kilometern in weiter Ferne und durch die Streckenführung kann man am gegenüberliegenden Ufer die ersten Läuferinnen entgegenkommen sehen, während man noch auf dem Hinweg ist, doch das machte mir wie immer nichts aus. Die Temperatur war wunderbar, es war nicht allzu windig, ich hatte meinen Puls gut im Griff und lief zügig im gelben HF-Bereich. Als ich das Ziel nach der ersten von zwei Runden durchlief, bemerkte ich die Führende hinter mir, die die 10,4 Kilometer in sagenhaften 39:50 „gefinisht“ hatte, während für mich die Hälfte noch vor mir lag. Aber immerhin wurde ich nicht überrundet!
Die zweite Runde verlief fast genau so gut wie die erste, auch wenn ich irgendwann feststellte, dass meine Pace abnahm. Dafür spielte mein Puls weiterhin gut mit und auf dem letzten Kilometer gab ich dann nochmal Gas. Im Ziel zeigte meine Uhr 1:21:58 (offizielle Bruttozeit ist 1:22:11), damit war ich gute 2 Minuten schneller als 2024. Zudem war ich mit Abstand nicht die Letzte, was bei diesem Laufevent nebensächlich sein sollte, aber doch für mich persönlich zugegebenermaßen ein kleines bisschen relevant ist.

Ich freue mich sehr, dass ich schneller war als beim letzten Mal und damit einhergehend auch, dass ich mitgemacht und nicht wieder gekniffen habe. Es war anstrengend, aber hat mir auch Spaß gemacht und vor allem hat es mir gezeigt, dass ich wieder imstande bin, 10 Kilometer zu laufen. Ich bin zwar noch weit von meinem einstigen Trainingslevel entfernt, aber trotzdem näher dran als vor ein paar Monaten.
So bin ich stolz auf meine verdiente Medaille des 28. Lübecker Frauenlaufs, die zudem noch wirklich hübsch ist:

Nächste Woche setze ich mich dann an die Ausarbeitung meines nächsten Lauftrainingsplans, schließlich hilft mir nur regelmäßiges Training, damit ich wieder schneller und weiter laufen kann.
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